01Meine Geschichte
Alles fing mit einem Euro an.
Ich war vielleicht zehn oder elf, als wir die Wohnung meiner Uroma im dritten Stock leer geräumt haben. Mein Papa, ich und jede Menge Zeug von früher. Mittendrin stand eine olivgrüne Küche aus den 70ern, Schrank an Schrank. Die sehe ich heute noch vor mir.
Was noch brauchbar war, haben wir mit auf den Flohmarkt genommen und ich durfte mir damit mein Taschengeld aufbessern. Die grüne Küche kam zu eBay. Irgendwann stand jemand von weit her vor der Tür, hat sie selbst abgebaut und mir genau einen Euro in die Hand gedrückt. Mein erster Deal. Und die erste Lektion: Wer die Sache selbst in die Hand nimmt, kann aus einer Räumung viel mehr machen als einen vollen Container.
1Das Trödler-Gen
Das habe ich von meinem Opa. Er hat mich schon als kleinen Buschi über jeden Flohmarkt geschleppt. Einmal hat er mir dort einen alten Globus gekauft und die Beleuchtung selbst umgebaut, bis er wieder leuchtete.
Opa ist leider nicht mehr da. Der Globus schon: Er steht bei uns in der Trödelhalle und ist das einzige Stück dort, das unverkäuflich ist.
2Der Umweg
Dann kam erst mal das normale Leben. Ich bin Verkäufer durch und durch und habe lange im Vertrieb gearbeitet. Nebenbei musste immer etwas laufen, ob im Hausmeister- und Gartenservice oder als Aushilfe im Restaurant. Mit meinem Papa hatte ich jahrelang eine eigene Gaststätte, bis Corona sie uns genommen hat.
Danach war mir schlicht langweilig. Also habe ich neben dem Vollzeitjob in einem kleinen Raum mit 60 Quadratmetern angefangen, alte Möbel über Kleinanzeigen zu kaufen. Neue Griffe, neue Füße, ein bisschen Liebe und weiter ging es zum nächsten Besitzer. Je länger ich das gemacht habe, desto mehr hat mich auch der ganze Kleinkram gepackt. Und die Geschichten, die in den Sachen stecken.
3Die Schnapsidee
Bei ein paar Bier habe ich zu meinem Papa gesagt: Komm, wir machen Haushaltsauflösungen. Wir kommen direkt an die schönen Sachen und die Leute bekommen etwas zurück, weil wir anrechnen, was noch Wert hat. Gewinn für beide Seiten. Ziemlich blauäugig, zugegeben.
Der erste große Auftrag kam über den Freundeskreis: Die Oma einer Bekannten war gestorben und ihre Wohnung musste aufgelöst werden. Fester Preis, eine bis unter die Decke volle Wohnung und so viele spannende Sachen, dass wir sie noch lange über unseren eBay-Shop verkauft haben. Da wusste ich: Das ist es.
4Alles auf eine Karte
Irgendwann habe ich den Vollzeitjob hingeschmissen. Halbherzig wollte ich das nicht machen. Also bin ich ins Risiko gegangen und habe geackert wie verrückt. Dann kam eins zum anderen: die erste Halle, ein Team, die eigenen Busse.
Heute räumen wir Wohnungen, Häuser und ganze Höfe in der Region, renovieren auf Wunsch gleich mit und verkaufen in unserer Trödelhalle, was noch Wert hat. Angekommen sind wir noch lange nicht. Genau das treibt mich an.
Was mir dabei am wichtigsten ist: dass Sie sich auf uns verlassen können. Wer anruft, landet bei mir. Versprochen.



